02
Sep.

Zwei Gesichter des Segelns: Vom überfüllten Kroatien zu den unberührten San Blas-Inseln

Jeder, der schon einmal einen Sommer an Bord einer Charteryacht in Kroatien verbracht hat, kennt es gut: wunderschöne, aber überfüllte Buchten, Kampf um Ankerplätze, Menschenmengen und ständiges Treiben. Man fragt sich unweigerlich: „Wo ist das Gefühl der Freiheit geblieben, das uns das Segeln auf dem Meer geben soll?“ Dieses Jahr haben wir uns entschieden, etwas ganz anderes auszuprobieren – eine private Reise auf der Luxusyacht Hanse 630, die uns von der panamaischen Küste zu den paradiesischen San Blas-Inseln führte.

Charter-Realität in Kroatien

Ich habe in Kroatien bereits mehrere Urlaube auf Segelbooten verbracht. Jedes Jahr hoffte ich, dass es diesmal anders sein würde – dass wir eine ruhige Bucht nur für uns finden, romantische Sonnenuntergänge ohne Nachbarboote und Strände ohne Menschenmengen. Doch die Realität war oft ganz anders.

Die Buchten waren überfüllt, die Boote ankerten dicht aneinander, manchmal mussten wir uns buchstäblich einen freien Platz „erkämpfen“. Anstatt romantischer Abende wurden wir von lauten Partys der Nachbarboote gestört, anstatt ruhig zu schnorcheln, mussten wir den Ankerleinen ausweichen. Man hatte das Gefühl, statt ruhigen Segelns eher auf einer Autobahn auf dem Meer zu sein.

Hanse 630 und San Blas – Rückkehr zur wahren Freiheit

Deshalb beschloss ich, etwas ganz anderes auszuprobieren: eine Reise auf der Luxusyacht Hanse 630 von Panama zu den unberührten San Blas-Inseln. Schon das Konzept war anders. Das Boot wird nur als Ganzes vermietet und ist somit nur für eine Freundesgruppe oder Familie bestimmt. Keine fremden Mitreisenden, keine Kompromisse. Außer unserer sechsköpfigen Gruppe waren nur der Kapitän und die Köchin an Bord. Damit war das Problem von Überfüllung und fremden Leuten sofort gelöst.

Die San-Blas-Inseln – eine andere Welt

Der erste Eindruck von San Blas war einfach atemberaubend. Sobald sich das Boot den ersten Inseln näherte, verstand ich, dass dies eine völlig andere Welt ist. Das Archipel besteht aus mehr als 350 Inseln, von denen die meisten unbewohnt sind. Keine Marinas, keine Restaurants, keine überfüllten Strände. Nur weiße Sandinseln, gesäumt von Kokospalmen, und Wasser so klar, dass man den Meeresboden vom Deck aus sehen konnte.

Jede Bucht, die wir besuchten, gehörte fast immer nur uns. Wir mussten nie um einen Ankerplatz kämpfen, nie störte uns der Lärm von Nachbarbooten. Abends hörten wir nur die Geräusche der Natur, das Rauschen des Meeres und den Wind in den Palmen. Als ich morgens aufstand und in das kristallklare Wasser sprang, fühlte ich mich wie eine Entdeckerin in einem unberührten Paradies.

Service, der mich verwöhnte

Im Gegensatz zu den kroatischen Chartern, bei denen wir alles selbst zubereiteten und oft mit Platzmangel kämpften, mussten wir uns auf der Hanse 630 um nichts kümmern. Die Köchin bereitete uns köstliche Mahlzeiten zu – frische Meeresfrüchte, exotische Früchte und Gourmetgerichte, von denen man auf einer gewöhnlichen Charteryacht nur träumen kann.

Der Kapitän war immer bereit, uns zu beraten, welche Orte wir besuchen sollten, wo die schönsten Korallenriffe zu finden sind oder wohin man mit dem Paddleboard fahren kann. Wir hatten Kajaks, Schnorchelausrüstung, Angelruten und sogar ein Motorboot für Ausflüge zur Verfügung – alles nur für uns, ohne Warten oder Teilen mit Fremden.

Begegnung mit authentischer Kultur

Einer der größten Unterschiede zwischen dem überfüllten Kroatien und San Blas ist die Authentizität des lokalen Lebens. Kroatien ist wunderschön, aber der Tourismus hat viele Orte in Attraktionen verwandelt. Auf San Blas leben noch immer die Kuna-Indianer, die ihre Traditionen, Kultur und ihren Stolz bewahrt haben. Es war wunderbar, Menschen zu treffen, die nicht versuchen, Touristen nur ein weiteres Souvenir zu verkaufen, sondern mit Bescheidenheit und einem Lächeln ihren Lebensstil zeigen.

Als ich die Kuna-Frauen beobachtete, die traditionelle „Molas“-Textilien herstellten, spürte ich, wie mich ihre ruhige Stärke und Einfachheit des Lebens inspirierten. Es war völlig anders als alles, was ich je in Kroatien erlebt habe.

Zurück will ich es nicht mehr anders

Nach einer Woche auf der Sailing Freedom zwischen den San Blas-Inseln wurde mir klar, dass ich wohl nicht mehr zu einem klassischen kroatischen Charter zurückkehren kann. Die Reise gab mir das Gefühl wahrer Freiheit, Weite und einer authentischen Verbindung mit der Natur, die mir in den überfüllten europäischen Gewässern gefehlt hatte.

San Blas Panama - Sailing Freedom
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